Lehrer lernen in den Ferien – Erasmus +

Unter dem Motto „Lebenslanges Lernen“ waren in den Sommerferien und zu Beginn dieses Schuljahres einige Lehrerinnen und Lehrer der HLW Wolfsberg in verschiedenen europäischen Ländern unterwegs. Es handelt sich hierbei um ein Erasmus+ Projekt mit dem Namen Jobshadowing und wird von der EU gefördert. Ziel ist es, durch das Beobachten und Vergleichen von Unterricht in anderen EU-Staaten seinen eigenen Unterricht zu verbessern bzw. Anregungen zu bekommen.

In diesem Sinne waren beispielsweise die Professorinnen Mag. Mavis Hafner und Mag. Judith Schöler im Norden unseres Lieblingsnachbarlandes unterwegs. Ziel der Schulhospitationen war Cuxhaven, circa 200 km von Hamburg entfernt. Die Lehrer und Lehrerinnen der BBS Cuxhaven, eines riesigen Schulzentrums, welches verschiedene Berufs- und Berufsbildende Schulen unter einem Dach vereint, boten den beiden Hospitantinnen die Möglichkeit, verschiedenste Unterrichtsformen und Klassen kennenzulernen. Besonders interessant erwies sich dabei der COOL-Unterricht (cooperatives offenenes Lernen) sowie die Theater-AG, da beides auch an der HLW-Wolfsberg eine wichtige Rolle spielt.

Die beiden Lehrerinnen erhielten viele Informationen zum deutschen Schulsystem, hatten aber auch immer wieder die Möglichkeit, das österreichische Schulsystem den deutschen SchülerInnen zu erklären und besonders Kärnten und das Lavanttal zu präsentieren. Besonders die unterschiedlichen Begriffe erwiesen sich als Hindernis, das aber überwunden werden konnte, ganz nach dem Motto: „Beim Reden kuman die Leit zam“.

In der Freizeit blieb noch genügend Zeit, die Gegend zu erkunden: Hamburg, Bremerhaven (Klimahaus), sowie Cuxhaven selbst, wo besonders der Strand im Zuge einer Wattwanderung erkundet wurde. Fazit: eine interessante Erfahrung, die den Horizont erweiterte und auch einige Möglichkeiten für den Unterricht bot.

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Die Professorinnen Mag. Birgit Pflegpeter und Mag. Daniela Meßner nutzten die letzte Ferienwoche, um in Stockholm das „Kungsholmen Gymnasium“ zu besuchen und Informationen über das schwedische Schulsystem zu erhalten.

In zahlreichen Gesprächen mit den Direktionen, der Administration und den LehrerInnen dieser großen Schule präsentierte sich ein doch deutlicher Unterschied zwischen schwedischem und österreichischem Schulsystem hinsichtlich Schulorganisation und Schullaufbahn.

Ein Schwerpunkt war natürlich die Teilnahme und teilweise Mitwirkung bei der Unterrichtsarbeit in Klassen mit englischer Unterrichtssprache. In diesen Unterrichtseinheiten konnte den schwedischen Studenten und LehrerInnen auch Österreich im Allgemeinen und Kärnten bzw. das Lavanttal im Speziellen näher vorgestellt werden. In den Deutschstunden wurden die Besonderheiten der österreichischen Sprache vermittelt, ein sehr lustiges Unterfangen für SchülerInnen und LehrerInnen.

Am Wochenende und in der Freizeit bot sich genügend Zeit um Stockholm und die nähere Umgebung der Stadt kennenzulernen. Besondere Eindrücke konnten vom Stadtteil Gamla Stan, dem Mälarsee, einer Bootsfahrt durch den Schärengarten von Stockholm und dem Königsschloss in Drottningholm mitgenommen werden.

Die offene und entgegenkommende Art der SchwedInnen hat auch Einblicke ins Alltagsleben ermöglicht.

Auch ein Besuch beim Österreichischen Botschafter stand am Programm.

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Im Oktober bot sich Professorin Sigrun Timmerer die sehr interessante Gelegenheit den Schulbetrieb in Spanien kennenzulernen. Sie verbrachte eine Woche an der I. E. S. Aranguren in Ávila (Instituto Educación Secondaria), einer Schule im mittleren und höheren Bildungssegment. Spanische Kinder verbringen sechs Jahre im ersten Bildungsabschnitt, vier Jahre im mittleren Bildungsabschnitt (Erreichen des Endes der Schulpflicht) und danach zwei Jahre im sogenannten „Bachillerato“ als Vorbereitung für den höheren Schulabschluss. Die etwa unserer Reifeprüfung entsprechende PAEU (auch „selctividad“ genannt) wird nicht an der Schule durchgeführt, sondern an bestimmten Orten in der Stadt, für alle die weiter studieren wollen. Als Kriterien für die Aufnahme an den Universitäten werden zu 50% das Ergebnis der PAEU und zu 50% der Notendurchschnitt im Zeugnis herangezogen.

Das spanische Schulsystem offeriert keine berufsbildenden höheren Schulen wie z. B. unsere HLW. Die Allgemeinbildung und die Berufsbildung sind klar getrennte Bereiche. Während ihres Aufenthaltes konnte Professorin Timmerer auch verschiedene Schulen mit berufsbildender Ausrichtung besuchen wie zum Beispiel die I. E. S. Santayana wo ein besonderer international renomierter Lehrgang, das “bachillerato internacional”, und professionelle Ausbildung für Hotellerie und Gastgewerbe angeboten wird.

Der Aufenthalt in Ávila war auch eine tolle Gelegenheit mit Kollegen und Kolleginen in einen Erfahrungsaustausch zu treten, Kontakte für zukünftige Aktivitäten oder Projekte zu knüpfen und natürlich auch Freundschaften zu schließen. Vom Lehrerkollegium der I.E.S. Aranguren wurde die österreichische Kollegin sehr herzlich aufgenommen und in den Unterricht einbezogen. Im Sprach- und Musikunterricht brachte Professorin Timmerer den interessierten SchülerInnen die Besonderheiten des Schulbetriebes in Österreich näher und sie konnte viele neugierige Fragen über Österreich und die Region Lavanttal beantworten.

Die Weltkulturerbe Stadt Ávila, auch Heimatstadt der Hl. Teresa von Ávila, bei einem Spaziergang auf der ohne Unterbrechung vorhandenen Stadtmauer zu erkunden war ebenso spannend wie ein Kurzbesuch in der benachbarten Weltkulturerbe Stadt Segovia, die mit einem riesigen Aquädukt ein imposantes Beispiel römischer Baukunst zu bieten hat. Die An-und Abreise über Madrid ermöglichte es auch kurz in die Atmosphäre der pulsierenden Metropole einzutauchen.